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Jakubs Geschichte

Seit wann sind Sie im Übergangshaus?
Jakub: Ich bin irgendwann im Jahr 2016 zu DOM gekommen. Ich denke, es war im April, aber ich bin mir nicht ganz sicher. Seither bin ich hier. Jetzt ist Ende September 2017.

Wie war Ihre Situation, bevor Sie zu DOM gekommen sind?
Jakub: Ungefähr eineinhalb Jahre vor meiner Ankunft hatte ich noch bequem mit meiner Schwester bei meiner Mutter gewohnt. Meine Mutter hatte ein Restaurant, das Geld einbrachte. Nur umgab sich meine Mutter mit schlechten Menschen, mit Drogensüchtigen, und begann auch Drogen zu nehmen und Alkohol zu trinken. So ging das Restaurant bankrott. Wir hatten noch angesparte Geldreserven. Also sind wir in eine günstigere Wohnung gezogen, wo wir etwa ein halbes Jahr lang gewohnt haben, bis das Geld ausging. Meine Mutter hat in dieser Zeit überhaupt nicht gearbeitet, sondern bloss Drogen konsumiert und getrunken. Währenddessen hatte sie wechselnde Freunde, die Drogendealer usw. waren. Die Situation hat sich einfach weiterentwickelt. Auf einmal hatten wir keine Wohnung mehr. So wohnten wir abwechselnd in verschiedenen Heimen für Mütter mit Kindern. Ich war für einige Zeit bei meiner Grossmutter, aber dort war es nicht zum Aushalten. Irgendwann nahmen sie uns nicht mehr in diesen Heimen auf, weshalb meine Schwester und ich bei Freunden schlafen gingen, während wir nicht wussten, wo unsere Mutter war, da sie sich irgendwie nicht mehr für uns interessierte. So waren wir also bei diesen Freunden, aber dort konnten wir auch nicht ewig bleiben. Eine Sozialarbeitern brachte meine Schwester in eine Diagnoseanstalt und ich ging ins Haus der drei Wünsche. Dort war ich circa zehn Tage, bis mir die Sozialarbeiterin geholfen hat, hierherzukommen.

Wo haben Sie erfahren, dass es dieses Übergangshaus gibt?
Jakub: Von der Sozialarbeiterin. Sie hat mir davon erzählt.

Welche Veränderungen erfolgten nach Ihrer Ankunft bei DOM?
Jakub: Ich musste damit beginnen, die Ämter zu besuchen, um etwas Geld zu organisieren. Dabei wurde mir hier sehr geholfen. Ich wusste ja zuerst überhaupt nicht, was ich wie tun musste. Dank meines Aufenthalts bei DOM habe ich das einigermassen gelernt. Damit komme ich klar, mit Ämtern und so.

Und wie hat sich Ihr Leben verändert?
Jakub: Mein Leben? Nun, ich weiss, dass ich irgendwo hingehen und dort in Ruhe schlafen kann. Ich weiss, dass ich nicht irgendwo draussen in einem Bus sein muss, wo es kalt wäre. Ich weiss, dass ich am Morgen in Ruhe aufstehen kann, in der Schule geduscht sein und nicht riechen werde.

Haben Sie begonnen, etwas anders zu machen? Oder war es Ihnen möglich etwas anders als früher zu machen?
Jakub: Ich kann nun ruhig meine Freunde sehen, wann ich will. Ich muss nicht mehr nach Essen suchen, kann einfach alles im Kühlschrank versorgen. Ich habe begonnen normal zu arbeiten, um etwas dazu zu verdienen. Früher ging das nicht, weil ich Essen auftreiben musste oder tagsüber herausfinden musste, wo ich die Nacht verbringen würde. Nun habe ich einen Ort, an den ich mich zurückziehen kann, wenn es mir schlecht geht. Ich muss nicht irgendwo draussen auf Treppen sitzen, ich kann hierherkommen.

Wir haben schon darüber gesprochen, aber ich frage noch einmal: Wie hat sich Ihr Leben seit der Ankunft im Übergangshaus bis zum jetzigen Zeitpunkt hinsichtlich Arbeit, Schule, Gesundheit, Freunde verändert? Möchten Sie noch etwas ergänzen?
Jakub: Früher, als alles noch in Ordnung war, wollte ich unbedingt einen Computer, aber meine Mutter hat ihn verkauft, weil wir Geld für die Miete brauchten. Also habe ich jetzt damit begonnen, Dinge zu kaufen, die ich schon immer wollte. Nur hatte ich es bisher nie geschafft auch dafür zu sparen. Ich habe eine bessere Arbeit, bekomme mehr Geld. Ich verbringe mehr Zeit mit meinen Freunden, kann sie zu mir einladen, wenn ich möchte, einen Film anschauen etc.

Welche Veränderung war für Sie die grösste oder die wichtigste?
Jakub: Ich wurde selbständig. Darüber freue ich mich am meisten. Dadurch, dass ich hierhergekommen bin, wurde ich komplett selbständig. Meiner Meinung nach bräuchte ich DOM eigentlich nicht mehr. Wenn ich jetzt von hier weggehen würde, würde ich das wohl schaffen, aber noch bin ich hier, denn hier ist es super.

Weshalb war diese Veränderung für Sie die wichtigste?
Jakub: Für mich war sie die wichtigste, weil jeder einmal selbständig werden muss. Und ich habe einen Vorsprung. Ich wurde mit 16, 17 selbständig. Die anderen erwartet das noch.

Wie hat DOM zu dieser Veränderung beigetragen?
Jakub: Hier wurde mir erklärt, wie mit den Ämtern und allem umzugehen ist, wohin ich gehen muss, wenn ich etwas brauche.

Möchten Sie noch etwas ergänzen?
Jakub: Nur, dass ich froh darüber bin, dass ich die Möglichkeit hatte, hier bei DOM zu sein. Es ist ein Glücksfall, dass ich hierhergekommen bin.

Vielen Dank für das Interview.


Wir messen die Wirkung unserer Aktivitäten.
Projekt Geschichten von DOM.

DOM widmet sich schon seit vielen Jahren benachteiligten Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die für die allgemeine Öffentlichkeit unsichtbar sind. Dabei handelt es sich um Menschen, die “allein unter Menschen” sind. Ihre oft sehr ernsten Schwierigkeiten sind für andere nicht nachvollziehbar. In unserer anspruchsvollen Gesellschaft schaffen sie es nicht, sich einzuklinken, geschweige denn sich zu behaupten.
Auf Basis langjähriger Erfahrung, moderner, professioneller Quellen und ausgefeilten Arbeitsmethoden “retten” die Sachverständigen von DOM das Leben von Menschen, deren Perspektive bereits zu Beginn ihres Erwachsenenlebens beinahe hoffnungslos ist.

Das Projekt GESCHICHTEN VON DOM ist vom Gedanken inspiriert, dass die Geschichte jedes Klienten die Geschichte einer Reise ist, die aus einer sehr ungünstigen Situation zu persönlicher Entwicklung und positiver Veränderung führt. Gerade der Wandel und dessen Erkennung sind das zentrale Thema dieses Projekts.

Um die Wirkung unserer Aktivitäten zu messen, haben wir uns für die Methode MSC (Most Significant Change) entschieden. Über MSC erfahren Sie mehr hier:
www.mande.co.uk/docs/MSCGuide.htm